Gedankenaustausch zur möglichen Fortführung des Spectaculums

Gibt es vielleicht doch noch eine Chance für das Mittelalterliche Spectaculum, so wie Tausende Besucher aus nah und fern und auch die Oberweseler es kennen? Das war die große Frage bei der Zusammenkunft im Lokal „Treffpunkt“, zu der mehr als 50 Mitglieder sowie Freunde und Anhänger der Traditionsveranstaltung gekommen waren. Vereinsvorsitzender Joachim Fladl brachte es in seinen einleitenden Worten auf den Punkt, was dazu nötig ist: Einerseits die Stadt in der Rolle des Veranstalters, die die Haftung übernimmt und für das Sicherheitskonzept verantwortlich ist, während der Verein sich um die Durchführung der Veranstaltung kümmert. Zum andern mehr Manpower, also freiwillige Helfer, die das Vorstandsteam beim Auf- und Abbau unterstützen. Einige Vorschriften seien sicherlich Auslegungssache, so Fladl. Hier erwarte man mehr Entgegenkommen seitens der Behörden. Auch man selbst sei bereit, gewisse Abstriche zu machen. Was es allerdings nicht geben werde: ein „Spectaculum light“, das gänzlich auf Stroh und Kerzen verzichtet, dann suche man lieber nach neuen Wegen für ein wie auch immer geartetes Mittelalterevent.

Eine Alternative wäre beispielsweise ein mittelalterliches Höfefest, wie es Teilnehmerin Heike Becker vorschlug. Es gebe in Oberwesel viele reizvolle historische Höfe, wo man sich dann auf privatem Gelände befände. Ein anderer Vorschlag war das historische Treideln mit einzubeziehen, um von der ortsgebundenen, stationären Veranstaltung wegzukommen. Bernhard Kremer, stellvertretender Geschäftsführer des Vereins, regte eine Art „Stationenfest“ an historischen Orten an, wie im Hof Castor, im Hof Becker, aber auch in Oberwesels öffentlichen Gärten. An jeder Station könne es künstlerische Darbietungen und Bewirtung auf gehobenem Niveau geben. „Aufgrund der so erzielten Reduzierung der Besucherzahlen würden uns die strengen Sicherheitsbestimmungen nicht mehr betreffen“, erläuterte Kremer. Christian Büning ergriff als Stadtratsmitglied das Wort: „Alle im Stadtrat sind Fans des Spectaculums, bin ich mir sicher.“ Daher riet er dem Verein, eine konkrete Entschließung vorzubereiten, über die der Rat entscheiden solle.

Fazit des Abends: Es sollten sich alle verantwortlichen Akteure (Verein, Stadt, Behörden, Sicherheitskräfte) noch einmal an einem Tisch zusammensetzen, um gemeinsam eine tragfähige Lösung zur Fortführung des 1985 ins Leben gerufenen Mittelalterlichen Spectaculums zu finden. Denn einig war man sich, dass die Veranstaltung nicht nur Aushängeschild für die Stadt ist, sondern auch ein touristisches Highlight der gesamten Region.